MÄDCHEN.MACHEN.MEDIEN I
Eine Plakatkampagne gegen Alkoholmissbrauch von Mädchen für Mädchen
Im Februar 2010 war es endlich so weit. Feierlich, in Anwesenheit von 190 Gästen, darunter Karin Büchling vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg sowie Gabriele Müller-Trimbusch, der bisherigen Sozialbürgermeisterin der Landeshauptstadt Stuttgart, wurde die suchtpräventive Kampagne »Mädchen.Machen.Medien.« im Stuttgarter Theaterhaus präsentiert.
Das außergewöhnliche Berufsorientierungsprojekt „Mädchen.Machen.Medien.“ wurde initiiert vom Jugendhilfebereich von LAGAYA e.V., Stuttgart, und gefördert vom Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Wir können alles!“.
Eine Idee mit Begeisterungspotenzial
Die Idee dahinter: Zum einen sollte das Projekt Mädchen dazu veranlassen, sich aktiv und kreativ mit den Themen Mädchen, Alkohol und Gewalt auseinanderzusetzen, zum anderen sollten die Teilnehmerinnen Anregungen zur Berufswahl und Einblick in verschiedene kreative Berufssparten bekommen. Denn die Erfahrung in der Jugend- und Suchtarbeit hat gezeigt, dass schulische und berufliche Perspektiven für Mädchen einen hohen Anreiz bieten, das eigene riskante Trinkverhalten zu überdenken und positiv zu verändern.
Die Projektidee entfaltete rasch ein hohes Begeisterungspotenzial. Was zu Beginn von uns als überschaubare, interne Workshopreihe gedacht war, entwickelte sich zu einem immer weit reicherndem Projekt. Zu einem frühen Zeitpunkt waren namhafte und tatkräftige Kooperationspartner wie die Kommunikationsagentur Milla und Partner, die Stuttgarter Staatstheater, das Theater Lindenhof, der Südwestrundfunk, die Medienabteilung der Universität Tübingen u. a. m. mit an Bord.
Aufgabenstellung und Teilnehmerinnen
Die Aufgabenstellung an die elf Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, lautete, gemeinsam eine Plakatkampagne gegen Alkoholmissbrauch von Mädchen zu entwickeln.
Das Besondere an „Mädchen.Machen.Medien“ ist, dass die Mädchen zugleich Macherinnen und Zielgruppe der Präventionskampagne waren. Zugrunde lag die Überlegung, dass Mädchen selbst am besten wissen, welche Botschaften zur Vermeidung exzessiven Alkoholkonsums ihre Alters- und Geschlechtsgenossinnen in geeigneter Weise ansprechen.
Bei der Zusammensetzung der Teilnehmerinnen wurde bewusst eine heterogene Gruppenkonstellation mit Mädchen gewählt, deren Lebenswelten außerhalb des Projektes kaum Berührungspunkte aufzeigten. Teilgenommen haben Bewohnerinnen unserer suchttherapeutischen Mädchenwohngruppe JELLA, sowie Schülerinnen der Stuttgarter Schlossrealschule für Mädchen, die sich aufgrund ihres Interesses für Medienberufe angemeldet hatten. So kamen die Teilnehmerinnen mit unterschiedlichen Motivationen und Erwartungen an das Projekt, aber auch mit höchst differenten Erfahrungen und Berührungspunkten mit dem Thema Alkohol und Gewalt und brachten diese in den Auseinandersetzungsprozess und das Ergebnis gewinnbringend ein.
Der Prozess
Ab Juni 2009 wurde die Plakatkampagne von den Mädchen entwickelt.
Insgesamt fanden im Projektverlauf 16 halb- oder ganztägige Workshops statt.
Bausteine waren u. a. Kreativ-Workshops und Desktop Publishing bei Milla und Partner, Blicke hinter die Kulissen der Staatstheater und Gespräche mit derren Auszubildenden, Foto-Shooting auf der Bühne des Theater Lindenhof mit professioneller Fotografin und Visagistin, Druck der Plakate bei Ross & Partner, Videoproduktion, digitaler Schnitt und eine „Live-Fernsehsendung“ in der Medienabteilung der Uni Tübingen.
Alle Termine wurden von uns begleitet und durch regelmäßige Treffen sowie sucht-spezifische und thematische Workshops ergänzt, u. a. zu Auseinandersetzung mit bestehenden Präventionskampagnen und dem eigenen Konsumverhalten.
Der gesamte Prozess wurde von zwei jungen Frauen in Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton im Ausbildungsverbund von SWR und Medienabteilung der Universität Tübingen, angeleitet von einer Dokumentarfilmerin, mit der Kamera begleitet und in einem Kurzfilm dokumentiert.
Die Kampagne
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zum Teil witzig und ironisch, zum Teil nachdenklich und frappierend ehrlich und direkt sind die Motive, die Geschichten von Alkoholmissbrauch und dem Kater danach, von sozialer Isolation und unliebsamen Überraschungen erzählen. Die Mädchen agieren selbst als Models, sind Mittelpunkt ihrer Ideen und Szenen, die sie entwickelt haben.
Zu den Plakatmotiven.
Wir freuen uns, dass das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg sich bereit erklärt hat, die Vervielfältigung der Plakate und Postkarten zum Ziel der Prävention von Alkoholmissbrauch zu finanzieren.
Plakate und Postkarten
Die Plakate und Postkarten können ab sofort bestellt werden.
Hier geht’s zum Bestellformular.
Bestellungen per E-Mail an: bestellung@lagaya.de
Ausstellung und Rahmenprogramm auf Tour
Auch als Ausstellung wird die Kampagne nun auf Wanderschaft gehen und kann insbesondere von Schulen und in Jugendhilfeeinrichtungen gebucht werden.
Die Ausstellung umfasst sieben Plakatmotive, sowie eine Filmstation zum Anschauen des Dokumentarfilms.
Zusätzlich werden auf Anfrage Begleitworkshops, Diskussionsrunden oder Infoveranstaltungen angeboten, organisiert und durchgeführt von den Fachfrauen von Mädchen.Sucht.Auswege.
Ansprechpartnerin
für Ausstellungsbuchungen und Infos ist:
Anja Schubert
Tel: 0711 / 640 54 90
E-Mail: maedchen.auswege@lagaya.de
Kooperationspartner
Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern, die teilweise hohe Personal- und Sachleistungen unentgeltlich oder deutlich vergünstigt zur Verfügung gestellt und aktiv „Mädchen.Machen.Medien“ unterstützt haben:
Milla und Partner GmbH, Agentur für Messen, Ausstellungen und Events, Stuttgart // Staatstheater Stuttgart // Theater Lindenhof, Melchingen // Südwestrundfunk Fernsehen // Medienabteilung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen // Ross & Partner, Atelier für Werbe- und Messebeschriftung, Stuttgart // Superlala audio brand experience Stuttgart // Piltz Reproduktionen, Stuttgart // Angelika Reicherter, reissmedia Tübingen // Laura Siemon, Fotografie // Jessica Mayer, Maske // PS! Theatergastronomie Catering & Service GmbH // Theaterhaus Stuttgart // u. a. m.
Hier gibt es nähere Infos zu Mädchen.Machen.Medien II.
Hier gibt es nähere Infos zu Mädchen.Machen.Medien III.